"Botanik des Wahnsinns" Von einem, der auszog, um nicht verrückt zu werden - Lesung und Gespräch mit Leon Engler
Von einem, der auszog, um nicht verrückt zu werden. Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.
Leon Engler wuchs in München auf und studierte Theater-, Film-, Medien-, Kulturwissenschaft und Psychologie in Wien, Paris und Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Engler ist als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben tätig. Botanik des Wahnsinns ist sein Debütroman.
Begrüßung: Anne Bock, Bremer vhs
Moderation: Jens Laloire, Literaturhaus Bremen e.V.
Eine Veranstaltung der Bremer Volkshochschule in Kooperation mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung.
Voranmeldung über Stabi-Bremen möglich: https://stabi-hb.de, Eintritt 6 €, 4€ ermäßigt - Bezahlung vor Ort an der Abendkasse
50. Literarische Woche Bremen vom 23. bis 31. Januar 2026Freiheit ist ein hohes Gut und nicht selbstverständlich. Für die meisten Menschen auf dieser Welt ist sie noch immer ein unerreichter Traum. Was also bedeutet Freiheit im 21. Jahrhundert für die Menschen und ihr Leben? Müssen sie sich gegen Unrecht zur Wehr setzen: in der Familie, in der Gesellschaft und für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen? Welche Zwänge gibt es, die ein unabhängiges Denken und Handeln verhindern? Die Autor*innen der Jubiläums-LitWo setzen sich in ihren Romanen mit unterschiedlichen Spannungsverhältnissen im Leben auseinander, deren Ursachen oft in der Abwesenheit von Freiheit zu finden sind. Das ist der gemeinsame Nenner herausragender literarischer Arbeiten über individuelle Erfahrungen und die Freiheit, die wir für uns persönlich meinen.
Wir schauen auch auf die Vergabe des Bremer Literaturpreises. Die Preisverleihung findet am Montag, den 26.01.2026 um 12:00 Uhr in der Oberen Rathaushalle statt, die Preisträger*innenlesung ist am Sonntag, den 25.01.2026 um 18 Uhr in der Glocke. Den diesjährigen Bremer Literaturpreis erhält Wilhelm XXX für seinen Gedichtband "Hohe See und niemands Land". Den Förderpreis erhält Stefanie XXX für ihren Roman "Iowa - Ein Ausflug nach Amerika". Bitte entnehmen Sie unserer Homepage, den Programmen und Ankündigungen der Stadtbibliothek, des Virtuellen Literaturhauses, des Literaturkontors, des Rundfunks oder der Tageszeitungen das vollständige Programm.
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Termine
29.01.2026
19:00 - 21:00 Uhr
Faulenstraße 69, vhs im Bamberger, Raum 103 Saal
Dozent(en)
noch nicht bekannt
Dozent*inStatus: Info beachten
Kursnr.: 261M73-000
Kursart: Einzelveranstaltung
Beginn: Do., 29.01.2026, 19:00 Uhr
Termine: 1
Kursort: vhs im Bamberger, Raum 103 Saal
Gebühr: Eintritt: € 6, ermäßigt: € 4 zu zahlen an der Abendkasse