Musik voll Verzweiflung und Zuversicht

Aeham Ahmad, der "Pianist von Jarmuk", hat im Rahmen des Funun-Festivals ein bewegendes Konzert gegeben.

© Bremer VHS

Schicksale von Menschen im syrischen Bürgerkrieg, umgesetzt in emotionale Lieder und Geschichten, das ist die berührende Sprache von Aeham Ahmad. Der syrisch-palästinensische Pianist und Komponist wurde weltbekannt, als er in den Trümmern von Jarmuk vor allem für Kinder spielte. Auf Rollen schob er sein Klavier durch die Straßen, bis es eines Tages zerstört wurde. 2015 schließlich musste auch er  fliehen. Heute lebt der 30-Jährige mit seiner Familie in Hessen

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Zu seinem Konzert am 20. August 2018 waren viele Menschen syrischer Herkunft, auch viele Familien, in die Kulturkirche St. Stephani gekommen. Ahmad spielte und sang eigene Lieder über persönliche Erlebnisse von Krieg und Flucht. Im Wechsel dazu las Jasmina Heritani, 1. Vorsitzende des Syrischen Ekil-Kulturvereins und Mitorganisatorin des Funun-Festivals, Texte von Aeham Ahmad auf Deutsch vor. In seinem Buch "Und die Vögel werden singen" schildert er sehr eindringlich anhand einzelner Schicksale den Schrecken des Bürgerkriegs in Syrien. Eines der Lieder entstand zu den Versen eines Honighändlers, dessen hochschwangere Frau auf dem Weg ins Krankenhaus nach Damaskus an einem Grenzübergang aufgehalten wurde und sterben musste.

 

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Nicht nur die anwesenden Syrerinnen und Syrer - unter ihnen viele Teilnehmende unserer Deutschkurse, die zum Teil wohl Ähnliches erlebt haben -, waren während des Konzerts sichtlich ergriffen. Auch die übrigen Gäste in der gut besetzten Kulturkirche St. Stephani waren tief bewegt. Und doch, so war danach von vielen zu hören, vermittelte dieser besondere Abend nicht nur Verzweiflung oder Trauer: Auch Zuversicht und Hoffnung, sogar eine gewisse Leichtigkeit, waren spürbar. Aeham Ahmad schaffte es immer wieder, das Publikum mitzunehmen und zum Beispiel zum Mitsingen zu animieren. In der Pause ging er auf die syrischen Gäste zu und scherzte mit ihnen. Neben seinen traurigen syrischen Liedern spielte er die „Ode an die Freude“ und „Die Gedanken sind frei“. Mut zu machen durch Musik, in Trümmern oder in der neuen Heimat, ist ein großes Talent dieses charismatischen Künstlers.

 

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Jens Schellhass hat Aeham Ahmad für Bremen Zwei porträtiert. Den hörenswerten Radio-Beitrag finden Sie hier bei Radio Bremen.

 

Veranstalter und Kooperationpartner des Konzertes waren:

SEKu - Syrischer Exil-Kulturverein e. V.

Bremer Volkshochschule

Kulturkirche St. Stephani

 

Die Veranstaltung wurde gefördert aus Mitteln der BB Bank Stiftung

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